Showdown durch Interceptions?

Bei ihrer siebten Endspielteilnahme wollen die Schwäbisch Hall Unicorns beim German Bowl XL am 13. Oktober in Berlin zum vierten Mal den Titel holen. Gegen Samsung Frankfurt Universe gelten die Unicorns erstmals in einem German Bowl als leichter Favorit. Noch haben sie bei sechs Vergleichen nie gegen die Frankfurter verloren, dieses Jahr gewannen sie die Punktspiele mit 17:7 und 12:9. Aber Head Coach Jordan Neuman denkt in völlig anderen Bahnen: „Es spielt überhaupt keine Rolle, wer hier als Favorit oder als Außenseiter gehandelt wird“, sagt der gebürtige Texaner. „Am Samstag stehen sich zwei der besten europäischen Footballteams gegenüber, und es wird ein enges Spiel. Erfolge und Niederlagen der Vergangenheit zählen da nichts mehr.“

Erfolgreich sind beide Teams unter anderem wegen ihrer „ballhungrigen“ Verteidiger im Defensive Backfield. Für die Haller fischte Cornerback Raheem Wilson dieses Jahr neun gegnerische Bälle aus der Luft – Spitzenwert der GFL – aber Frankfurts Safety Kweishi Brown mit acht war ihm dicht auf den Fersen. Ihm und seinen Cornerbacks Fernando Lowery und John Tidwell wird am Samstag eine Schlüsselrolle im Defensivkonzept von Universe-Head-Coach Brian Caler zukommen.

Befeuert werden könnte die auf beiden Seiten denkbare Strategie, die gegnerischen Angriffspläne durch erzwungene Fehlpässe zu durchkreuzen, durch die Einbeziehung der eigenen Fans. Aus Schwäbisch Hall rollt wieder der jährliche Sonderzug nach Berlin, auch Frankfurt mobilisiert eine wahre Fan-Karawane nach Berlin, das erwartet gute Wetter hat den Vorverkauf für den German Bowl noch einmal an Fahrt aufnehmen lassen. Der Lautstärke-Wettkampf der Fans hat schon so manchen German Bowl beeinflusst.

Besonders für die Angreifer wird es schwer, wenn ihre Kommunikation auf dem Feld erschwert wird. Letztes Jahr stachen die ungemein starken Receiver der Unicorns im German Bowl zwar auch die bis dahin in dieser Hinsicht führende Braunschweiger Einheit aus. Allerdings: Selbst dabei zeigte sich die Besonderheit der Final-Atmosphäre. Halls Nationalmannschafts-Quarterback Marco Ehrenfried unterliefen drei Interceptions, was den Erfolg bis zum Schluss am seidenen Faden hingen ließ. Hier werden die Frankfurter anknüpfen wollen.