Gemeinsame Stadionmoderation

„Wir sind Football in Deutschland“ – unter diesem Motto versammeln sich rund 500 Vereine mit über 65.000 Mitgliedern im ganzen Land, von Flensburg bis Bad Tölz, von Aachen bis Cottbus. Die zwei besten Teams des Landes stehen im German Bowl XL, Schwäbisch Hall Unicorns und Samsung Frankfurt Universe duellieren sich im großen Finale der Saison, um das 40. Metallplättchen am Sockel des charakteristischen – ja, und inzwischen nach 40 Jahren im Mittelpunkt unbändiger Siegesfeiern auch schon fast antiken – German-Bowl-Pokals mit ihrem Namen bestücken zu dürfen.

Es ist ein Kampf auf Biegen und Brechen auf dem Feld, jeder Zentimeter zählt. American Football ist ein physischer Sport, dem Gegner wird nichts geschenkt. Sieger und Verlierer haben am Ende auch den einen oder anderen blauen Fleck. Die Verlierer womöglich einige mehr, auch wenn die Regeln klare und deutliche Grenzen setzen. Das macht Siegen und Verlieren beim American Football noch eine Spur emotionaler als bei anderen Sportarten.

Doch kaum ist der Schlusspfiff ertönt, greift sofort wieder dieses spezielle „Wir“ – beileibe nicht nur in Deutschland. Beim German Bowl XL wird es wieder zu erleben sein: Selbst im Moment des größtmöglichen Triumphs, dem Gewinn der deutschen Meisterschaft, werden die Sieger zunächst nur kurz jubeln. Sobald sich die Verlierer in der Mitte des Feldes aufstellen, um zu gratulieren, werden die Gewinner zur Stelle sein, um ihnen den Respekt vor der gebotenen Leistung zu zollen, den einen oder anderen auch trösten. Das „Wir“ hat in einem Teamsport wie Football auch über Vereinsgrenzen hinaus höchsten Stellenwert.

Schon vor und während des Spiels wird es beim German Bowl den einen oder anderen „Wir“-Moment geben: Denn in gemeinsamer Coproduktion werden die Heim-Stadionsprecher der beiden Finalisten Axel Streich (Schwäbisch Hall) und Christian Seelmann (Frankfurt) durch das Programm im Stadion und fachkundig durch das Spiel führen. Ihre Stimmen werden den Fans Heimspielatmosphäre vermitteln, ihre Herzen schlagen dabei natürlich für den jeweils eigenen Verein. Aber auch hier: Das „Wir“ wird im Vordergrund stehen, und jeder gelungenen Aktion auf dem Feld werden beide ihren Respekt zollen – unabhängig davon, welchem Team sie gelang.

„Wir sind Football in Deutschland“ – nach 40 Jahren German American Football ist dies viel, viel mehr geworden als eine Bundesliga und ein German Bowl. Rund 300 Herren- sowie etwa 40 Frauenmannschaften nehmen am Punktspielbetrieb des AFVD und seiner Landesverbände teil. Hinzu kommen im Jugendbereich in der höchsten Altersklasse (U19) mehr als 200 Mannschaften und mindestens ebenso viele in den Altersklasse darunter (U16, U13, U10), dazu etwa 100 Flag-Football-Mannschaften in verschiedenen Altersklassen, Flag Football ist eine körperarme Variante des American Footballs ohne Ausrüstung. Und die Zahl der Cheerleader-Teams ist sowieso Legion. Der German Bowl ist nur eine von Tausenden Gelegenheiten jede Saison, American Football in Deutschland live zu sehen – von März/April bis Oktober gibt es in jedem Winkel des Landes regelmäßig eine Portion dieses speziellen „Wir“-Gefühls zu erleben!