Auf dem Weg nach Berlin

Acht Mannschaften rüsten für die Play-Offs um die 40. Jubiläumsmeisterschaft des deutschen American Footballs. In den Viertelfinalspielen am 22. und 23. September sowie den Halbfinals am Wochenende darauf werden die Teilnehmer für German Bowl XL am 13. Oktober im Berliner Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark ermittelt. Mit Schwäbisch Hall Unicorns und New Yorker Lions sind Titelverteidiger und Rekordmeister jeweils als Vorrunden-Gruppensieger wieder dabei und müssten so nur noch einmal dieses Jahr reisen – nach Berlin, wenn es erneut mit dem Sprung ins Finale klappt.

Für die übrigen Play-Off-Teams führt der Weg nach Berlin über andere Stationen – auch für den Lokalmatadoren Berlin Rebels, der zwar in der GFL Nord zweimal gegen Braunschweig und einmal gegen Dresden gewinnen konnte – und doch am Ende als Gruppendritter im Viertelfinale zu Samsung Frankfurt Universe reisen muss. Letztes Jahr schieden die Berliner (damals als Vierter) in Schwäbisch Hall nur nach Verlängerung aus. Nicht nur im späteren German Bowl, sondern bereits im Viertelfinale hätte also die inzwischen längste Siegesserie der Geschichte der GFL reißen können.

So aber – nach zwei Punktrunden 2017 und 2018 mit jeweils 14 Siegen und den drei Play-Off-Erfolgen von 2017 – starten die Schwäbisch Hall Unicorns als nun 31-facher Seriensieger in ihr Viertelfinale gegen die Cologne Crocodiles. Die Kölner sind neben Allgäu Comets und Munich Cowboys eines der drei Teams, die im Vorjahr nicht in der Endrunde dabei waren. Nach der kompletten Neugründung im letzten Jahrzehnt ist es im Grunde eigentlich ja ein Play-Off-Debüt, die „alten“ Crocodiles, einmal im Jahr 2000 Meister, haben ja wenig mit dem aktuellen Team zu tun.

Rekordmeister New Yorker Lions startet den Anlauf auf Titel Nummer zwölf insgesamt am 22. September gegen die Munich Cowboys. Für die Münchner ist es ein wahres Comeback, sogar im doppelten Sinne. Nach fünf Niederlagen zum Saisonstart rollte man das Feld in der GFL Süd noch von hinten auf und kam so erstmals nach vier Jahren wieder auf Rang vier.

2014 war für die Münchner in Braunschweig im Viertelfinale Endstation, wie überhaupt der Heimvorteil in den Play-Offs natürlich schwer wiegt in der GFL. In den letzten vier Jahren gab es in 24 Endrundenspielen nur zweimal Auswärtssiege. Neben München in Braunschweig, Berlin in Frankfurt und Köln in Schwäbisch Hall dürften es also auch die Allgäu Comets in Dresden schwer haben.

Die Monarchs gehören mit nun 15 Endrundenteilnahmen in 16 Jahren in der GFL zweifellos zu den Vereinen mit der größten Play-Off-Routine. Beim Unentschieden in Braunschweig zeigte man zum Abschluss der Punktrunde schon einmal, dass man wieder einmal den Weg nach Berlin finden könnte. Mehr aktuelle Erfahrung in punkto Play-Offs haben da nur die letztjährigen Finalisten: Für die New Yorker Lions ist es die 21. Endrundenteilnahme, für die Unicorns die 17. Übertroffen werden die beiden zwar von „Urgestein“ Munich Cowboys (zum 22. Mal in 40 Jahren deutschen Footballs in den Play-Offs), und auch die „alten“ Cologne Crocodiles waren bis 2003 20 Mal dabei. Wenn nun aber das Viertelfinale 2018 startet, zählen Verdienste der Vergangenheit nichts: Nur wer jetzt in Top-Form ist, darf zum German Bowl XL nach Berlin.