Ein Nathaniel wird Meister

Im letzten Jahr spielten sie für den damaligen Aufsteiger in die German Football League (GFL) in Frankfurt noch gemeinsam. An diesem Samstag werden sie sich beim German Bowl XXXIX im Berliner Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark im Duell um die 39. deutsche Meisterschaft im American Football gegenüber stehen: Nathaniel Morris wechselte vor der Saison zu den New Yorker Lions nach Braunschweig, Nathaniel Robitaille zog es zu den Schwäbisch Hall Unicorns. Beide haben im neuen Dress noch kein einziges Spiel verloren, folgerichtig erreichten Titelverteidiger New Yorker Lions und Herausforderer Unicorns erneut das Finale in Berlin.

Daran hatten beide Nathaniels, die von 2011 bis 2014 bereits gemeinsam College Football in den USA für das gleiche Team (Stonehill in Easton/Massachusetts) gespielt hatten, jeweils erheblichen Anteil. Für Morris ist es eine Rückkehr in den German Bowl, denn in seiner ersten Saison in Deutschland stand er 2015 in Schwäbisch Hall im Aufgebot. Damals noch als Passverteidiger, der sich auf Anhieb als einer der Top-Defensive-Backs der Liga entpuppte und diesem Anspruch auch 2016 in Frankfurt gerecht wurde. Nach Morris’ Wechsel nach Braunschweig entschied sich Lions-Cheftrainer Troy Tomlin zu einem im American Football recht ungewöhnlichen Schritt: Den besten Passverteidiger der Liga ließ Tomlin nun im Angriff als Receiver auflaufen und sollte mit seiner Entscheidung goldrichtig liegen. Nahezu 1100 Yards Raumgewinn aus 68 Passfängen und 18 Touchdowns aus nur 11 Spielen sprechen eine deutliche Sprache.

Vielleicht wird Morris am Samstag in Berlin aber doch gegen seinen alten Weggefährten Nathaniel Robitaille verteidigen müssen. Robitaille war Morris 2016 nach Frankfurt gefolgt, dieses Jahr fing er für die Schwäbisch Hall Unicorns 80 Pässe mit insgesamt 1241 Yards Raumgewinn. Für 22 Touchdowns war er mit diesen Fängen verantwortlich, hinzu kamen 2 Touchdowns nach Kickoff Returns. Ebenso wie Morris zeichnet Robitaille die Geschwindigkeit aus. Und da wird es eine der spannendsten Fragen am Samstagabend, ob es wirklich bei einem „Fernduell“ bleibt, bei dem beide praktisch nie gleichzeitig auf dem Feld sein werden. Oder ob nicht irgendwann Braunschweigs Trainerstab gezwungen sein wird, Morris als Verteidiger direkt gegen Robitaille spielen zu lassen.

Genügend Anspielstationen für Braunschweigs Quarterback Casey Therriault würden auch in diesem Fall verbleiben. Sicher ist jedenfalls, dass es einer der beiden Nathaniels zu Meisterehren bringen wird. Der Vollständigkeit halber: Natürlich gibt es noch viele weitere Namensgleichheiten bei den German-Bowl-Finalisten. Da American-Football-Mannschaften mit Kadern von rund 60 Personen arbeiten und beim deutschen Meisterschaftsfinale auch anders als in Ligaspielen kein Limit für die Kadergröße gilt, ist dies fast zwangsläufig. Am Samstag kommen also auch jeweils mindestens ein Benjamin, Christian, David, Jan, Marco, Nils, Patrick, Simon, Tim und Tobias in Berlin zu Meisterehren…

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