Heimstarkes Quartett

Vier Viertelfinals, vier Heimsiege: Die Gastgeber setzten sich in den ersten Play-off-Spielen der GFL durch und rüsten nun für das Halbfinale am 23. September. Danach steht fest, wer am 7. Oktober im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark in Berlin nach dem Pott greifen darf: Die New Yorker Lions, der elfmalige und amtierende Meister aus Braunschweig? Sein Herausforderer der letzten Jahre und zweifacher Meister 2011 und 2012 Schwäbisch Hall Unicorns? Die Kiel Baltic Hurricanes, Meister von 2010 und viermaliger Finalist von 2009 bis 2012, oder doch Halbfinalneuling Samsung Frankfurt Universe?

Den Heimvorteil im Halbfinale haben die Finalisten der letzten Jahre aus Braunschweig und Schwäbisch Hall nach ihren Gruppensiegen in der GFL-Punktrunde. Aber ihre Aufgaben nun werden ungleich schwerer. Einen Warnschuss vor den Bug bekommen haben die Schwäbisch Hall Unicorns im Viertelfinale ohnehin schon – erst in der Verlängerung kämpften sie sich zu einem 31:24 über die Berlin Rebels und erwarten nun die Kiel Baltic Hurricanes.

Foto: Zelter Media Service

Die Paarung führt alte Bekannte gegeneinander. Bereits als noch Interconference-Spiele in der GFL gespielt wurden, trafen Schwäbisch Hall und Kiel aufeinander, später 2009 in einem denkwürdigen Halbfinale, das die Unicorns mit 21:22 nach einem wahren Drama verloren geben mussten. Denkwürdig war dieses Match auch deswegen, weil das Team aus Schwäbisch Hall aus dieser Niederlage einen Großteil der Motivation zog, in den punktreichen German Bowls 2011 und 2012 gegen die Kieler nie aufzustecken und am Ende die beiden Rekord-Schlagabtäusche (48:44 und 56:53) tatsächlich zu gewinnen.

2014, als beide im Viertelfinale in Schwäbisch Hall zuletzt gegeneinander spielten, setzten die Gastgeber sich mit 50:24 durch, diesmal könnte es wieder deutlich enger werden. Kiel hat zwar zum Abschluss der Punktrunde zwei bedeutungslose Spiele verloren, aber diese dienten eben auch der Vorbereitung auf die Play-offs, in die man nun mit dem 28:14 gegen Marburg startete. Schwäbisch Hall musste im Viertelfinale richtig rackern und auch zittern, ehe der nächste Schritt Richtung noch möglicher Perfect Season geschafft war. Vielleicht kommt es den Hallern da ganz gelegen, dass die Kieler eine üppige 600-Kilometer-Anreise in den Knochen haben werden, wenn sie am Halbfinalsamstag im Optima Sportpark auflaufen.

In Braunschweig kommt es im Eintracht-Stadion im Halbfinale zum zweiten Aufeinandertreffen des Jahres zwischen New Yorker Lions und Samsung Frankfurt Universe. Die Braunschweiger (im Viertelfinale 47:6-Sieger gegen Ingolstadt) dürfen wie Schwäbisch Hall noch eine Perfect Season anpeilen, und in ihrem Fall sogar inklusive des europäischen Wettbewerbs in der Big6. Das Finale um den Eurobowl gewannen sie am 10. Juni in Frankfurt gegen Universe klar und deutlich (55:14 nach 48:7-Halbzeitführung). Aber die Frankfurter dürften ihre Lektion gelernt haben. Gegen Dresden bewiesen sie im Viertelfinale beim 26:16 wie bereits in der gesamten Saison (abgesehen eben nur vom Eurobowl-Finale) Verteidigungsstärke und dann auch Nervenstärke zum Schluss. Wenn die Frankfurter einen Fehlstart wie im Juni vermeiden und ein enges Spiel erzwingen können, dann könnte am Ende eine alte Football-Weisheit auch sie nach Berlin bringen: „Defense wins Championships“.

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